{"id":1154,"date":"2012-04-21T08:58:58","date_gmt":"2012-04-21T07:58:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.optimal-banking.de\/news\/?p=1154"},"modified":"2012-04-21T08:58:58","modified_gmt":"2012-04-21T07:58:58","slug":"swap-verlust","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.optimal-banking.de\/news\/swap-verlust\/","title":{"rendered":"Riskante Swap-Gesch\u00e4fte: wie aussichtsreich sind Schadensersatzforderungen?"},"content":{"rendered":"<p><strong>Der folgende Beitrag betrifft vor allem Unternehmer, schwerpunktm\u00e4\u00dfig Mittelst\u00e4ndler, die in den vergangenen Jahren an \u201eOptimierungsma\u00dfnahmen\u201c ihrer finanzierenden Bank teilgenommen haben.<\/strong><br \/>\nDer TV-Ausschnitt aus dem \u00f6sterreichischen Fernsehen gibt einen guten Einblick in das Gesch\u00e4ft der Swaps. Scheinbar haben namhafte Banken ganz bewusst solide Unternehmen in ein Spekulationsspiel gezogen, ohne dar\u00fcber aufzukl\u00e4ren.<\/p>\n<blockquote><p>Zogen die Banken ihre Kunden \u00fcber den \u201aGl\u00fccksspiel\u2018-Tisch?<\/p><\/blockquote>\n<p>Bei diesen Swap-Gesch\u00e4ften konnte die <strong>Bank nur <span style=\"color:green\">gewinnen<\/span><\/strong> (Null-Risiko) und der <strong>Kunde <span style=\"color:green\">gewinnen<\/span> oder <span style=\"color:red\">verlieren<\/span><\/strong> (wie beim Roulette schwarz oder rot). Doch sehen Sie es im Video-Clip selbst:<\/p>\n<p><small style=\"color:red\">Komisch, dass dieses Video nach wenigen Tagen online wegen &#x201e;Urheberrechte&#x201c; gel\u00f6scht wurde. Dasselbe Schicksal ereilte Beitr\u00e4ge aus dem deutschen \u00f6ffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ein Schelm, wer B\u00f6ses dabei denkt!<\/small><\/p>\n<h2>Verluste f\u00fcr deutsche Unternehmer und Kommunen gehen in die Milliarden<\/h2>\n<p>Neben Unternehmern, die hohe Verluste mit Swapgesch\u00e4ften erlitten haben, sind auch zahlreiche Kommunen oder Kommunalunternehmen in Deutschland betroffen. <strong>Allein die Kreisstadt<\/strong> Pforzheim erlitt Verluste in H\u00f6he von <strong>56 Millionen Euro<\/strong>, wie der <a href=\"http:\/\/www.pforzheim.de\/uploads\/media\/OB_Stellungnahme_Derivate_Bundestag.pdf\" target=\"_blank\">Stellungnahme<\/a> von Oberb\u00fcrgermeister Gert Hager zu entnehmen ist.<br \/>\n<div style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" alt=\"Dr. Andreas Mayer\" src=\"\/x210\/andreas-mayer.jpg\" title=\"Dr. Andreas Mayer\" width=\"200\" height=\"201\" \/><p class=\"wp-caption-text\">Dr. Andreas Mayer <a href='http:\/\/www.menzundpartner.de\/'>www.menzundpartner.de<\/a><\/p><\/div><\/p>\n<h2>5 Fragen an Rechtsanwalt Dr. Andreas Mayer<\/h2>\n<p>Rechtanwalt Dr. Andreas Mayer von der Kanzlei Menz und Partner (Memmingen\/Kempten) vertritt zahlreiche Gesch\u00e4digte, die ihre Verluste aus Swapgesch\u00e4ften von ihren Banken zur\u00fcckfordern.<br \/>\nWir haben mit Dr. Mayer dar\u00fcber gesprochen, wie die Gerichte bisher in solchen F\u00e4llen geurteilt haben und was er Betroffenen r\u00e4t. Wir begannen mit zwei Grundsatzfragen:<\/p>\n<h3><span style=\"font-weight:normal;font-style:italic\">Redaktion:<\/span> Was ist denn eigentlich ein Swapgesch\u00e4ft?<\/h3>\n<p><em>Dr. Andreas Mayer:<\/em> Swapgesch\u00e4fte sind sehr komplexe Gesch\u00e4fte. Sie stellen <strong>einfach gesagt eine Wette<\/strong> des Anlegers gegen die Bank auf die Entwicklung bestimmter W\u00e4hrungen oder Zinss\u00e4tze dar. W\u00e4hrend der Laufzeit des Swapvertrages werden zwischen Kunde und Bank Zahlungen ausgetauscht, die je nach Entwicklung der W\u00e4hrungen und Zinss\u00e4tze sehr unterschiedlich hoch sein k\u00f6nnen.<br \/>\nDamit bestehen sehr hohe Verlustrisiken f\u00fcr die Anleger. In den von mir vertretenen F\u00e4llen liegt der eingetretene Verlust immer im sechsstelligen Bereich, also deutlich \u00fcber 100.000&nbsp;Euro.<\/p>\n<h3><span style=\"font-weight:normal;font-style:italic\">Redaktion:<\/span> Wer hat solche hochriskanten Wettgesch\u00e4fte abgeschlossen?<\/h3>\n<p><em>Dr. Andreas Mayer:<\/em> Swapgesch\u00e4fte wurden in gro\u00dfer Zahl von Banken mit Unternehmen, Kommunen und Kommunalunternehmen abgeschlossen. Sehr oft wurden die Kunden zum Abschluss dadurch verleitet, dass eine Verringerung der Zinsbelastungen in Aussicht gestellt wurde.<br \/>\nOb diese Verringerung eintrat, war aber nat\u00fcrlich h\u00f6chst ungewiss. Bisweilen wurden Swaps auch v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von Krediten als reine Spekulationsgesch\u00e4fte verkauft, trotz der bestehenden gro\u00dfen Verlustrisiken.<\/p>\n<h3><span style=\"font-weight:normal;font-style:italic\">Redaktion:<\/span> Wie sehen die deutschen Gerichte die M\u00f6glichkeit, Schadensersatz zu bekommen?<\/h3>\n<p><em>Dr. Andreas Mayer:<\/em> Der Bundesgerichtshof hat mit seinem Grundsatzurteil vom 22.3.2011 eine Bank dazu verurteilt, einem Unternehmen die Verluste zu ersetzen, die es mit einem Swapgesch\u00e4ft gemacht hat. Seit diesem Urteil gibt es immer mehr Gerichtsentscheidungen, in denen Anleger erfolgreich ihre Verluste gegen\u00fcber Banken durchsetzen konnten.<\/p>\n<blockquote><p>Grundsatzurteil: Bank muss f\u00fcr Verlust entsch\u00e4digen<\/p><\/blockquote>\n<p>Au\u00dferdem l\u00e4uft hier derzeit eine gro\u00dfe Zahl an Klagen, die noch offen sind. Ich pers\u00f6nlich habe den Eindruck, dass die Gerichte in diesem Bereich zunehmend anlegerfreundlicher urteilen.<\/p>\n<h3><span style=\"font-weight:normal;font-style:italic\">Redaktion:<\/span> Was werfen die Gerichte den Banken genau vor?<\/h3>\n<p><em>Dr. Andreas Mayer:<\/em> Den Banken wird vorgeworfen, dass die Kunden nicht ausreichend \u00fcber die Funktion, die Risiken und vor allem die hohen m\u00f6glichen Verluste aufgekl\u00e4rt wurden. Bei den Kommunen wurde auch das Spekulationsverbot nicht beachtet. So entstanden Verluste in enormer H\u00f6he.<br \/>\nDamit haften die Banken wegen einer Pflichtverletzung innerhalb des Anlageberatungsvertrages auf Schadensersatz. Bei Versto\u00df gegen das <strong>Spekulationsverbot<\/strong> durch Kommunen steht auch die M\u00f6glichkeit einer <strong>R\u00fcckabwicklung des Gesch\u00e4fts<\/strong> nach bereicherungsrechtlichen Grunds\u00e4tzen im Raum.<\/p>\n<h3><span style=\"font-weight:normal;font-style:italic\">Redaktion:<\/span> Was raten Sie betroffenen Anlegern?<\/h3>\n<p><em>Dr. Andreas Mayer:<\/em> Ich empfehle, dass sich Betroffene m\u00f6glichst bald von einem Rechtsanwalt beraten lassen, der sich in dieser komplexen Materie auskennt. In der Regel ist z\u00fcgiges Handeln n\u00f6tig, um eine Verj\u00e4hrung der Schadensersatzanspr\u00fcche zu vermeiden.<br \/>\nBei Anlegern mit Rechtsschutzversicherungen \u00fcbernimmt teilweise auch die Versicherung die Kosten f\u00fcr die anwaltliche Vertretung.<br \/>\n<em>@Dr. Mayer: Vielen Dank f\u00fcr Ihre Darstellung und die aktuellen Informationen und Empfehlungen!<\/em><\/p>\n<h4>Verwandte Themen<\/h4>\n<ul>\n<li><a href=\"\/info\/silber-etf-steuerfrei.php\">Silver-ETF steuerfrei oder nicht? Antwort von Dr. Andreas Mayer<\/a><\/li>\n<li><a href=\"\/info\/tagesgeld-gmbh.php\">Tagesgeld f\u00fcr GmbHs und andere juristische Personen<\/li>\n<\/ul>\n<div style='text-align:left' class='yasr-auto-insert-visitor'><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der folgende Beitrag betrifft vor allem Unternehmer, schwerpunktm\u00e4\u00dfig Mittelst\u00e4ndler, die in den vergangenen Jahren an \u201eOptimierungsma\u00dfnahmen\u201c ihrer finanzierenden Bank teilgenommen haben. Der TV-Ausschnitt aus dem \u00f6sterreichischen Fernsehen gibt einen guten Einblick in das Gesch\u00e4ft der Swaps. 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