Ehrlich gesagt: Titel und Bild haben mich nicht angesprochen und fast hätte ich diese Neuerscheinung sofort weggelegt.
Ich wollte nur noch schnell einen Blick auf die Rückseite werfen, um eine Bestätigung für meinen ersten, nicht sonderlich interessanten Eindruck zu finden.
Dort hieß es ähnlich dem Beginn eines Kriminalromans: „An einem regnerischen Tag im Winter 2009 treffen 60 Experten aus Militär und Finanzwelt an einem geheimen Ort zusammen …“.
Weiterhin wird ein gewagtes Experiment angekündigt: „Die Simulation eines Krieges“, jedoch ohne Kriegsschiffe oder Kampfjets. „Stattdessen: mit Währungen, Aktien, Bonds und Derivaten.“
Ist das, was die US-Regierung 2009 simulierte, nun Realität geworden?
James Rickards war Teilnehmer des Planspiels
James Rickards, der Autor dieses Buches, war einer der Teilnehmer dieses Planspiels, in dem die internationalen Finanzmärkte das Schlachtfeld abgaben und das Ziel „die Vernichtung eines Staates durch die Macht des Geldes“ war. Man könnte auch Übung der US-Regierung sagen.
Sachbuch mit drei Abschnitten
Planspiel der USA
Das Sachbuch ist in drei Abschnitte geteilt. Im ersten Abschnitt erfährt der Leser mehr über die Vorbereitungen und die Simulation des Währungskriegs. Diese Seiten lesen sich wie ein spannender Krimi und geben gleichzeitig einen tiefen Einblick in die Denkweise der USA.
Die bisherigen Währungskriege
Der zweite Teil versorgt den Leser mit geschichtlichem Know-how. Behandelt wird das „goldene Zeitalter“ bis zum ersten Weltkrieg. Die nächsten Kapitel behandeln:
- den ersten Währungskrieg (1921–1936)
- den zweiten Währungskreg (1967–1987)
- den dritten Währungskrieg (seit 2010)
Die nächste globale Krise
Im dritten Teil geht es um die globale Krise, in der wir uns befinden. Da der Autor sich hauptsächlich auf die Währungen konzentriert, lernt man neue Ansichten kennen, die in anderen Büchern über die aktuelle Krise nicht vorkommen.
Rickards greift auch den Missbrauch der Wirtschaftswissenschaften auf und zeigt anhand leicht nachvollziehbarer Fakten Wahrheiten auf. Das Kapitel „Währungen, Kapital und Komplexität“ versucht auch dem Nicht-Wissenschaftler in einfachen Worten wichtige Hintergründe zu vermitteln. Absatzweise etwas langgezogen – ich war schon versucht weiter nach hinten zu blättern, bin jedoch heute froh, dass ich es nicht gemacht habe, da ich gerade beim Thema Komplexität eine wichtige Entscheidung für meine eigenen Geldanlagen getroffen habe.
Zusammenfassend kann gesagt werden …
„Währungskrieg – der Kampf um die monetäre Weltherrschaft“ empfehle ich vor allem europäischen Finanzpolitikern zur Lektüre. Sicher kein Buch für jedermann, ich bin aber froh, dass ich mir die Zeit zum Lesen genommen habe.