Propaganda und Irreführung bei der Sicherheit von Tagesgeld

Bei den aktuellen Zinssätzen auf Tagesgeld führt kein Weg mehr an den Top-Anbietern aus unserer Tagesgeld-Hitliste vorbei, möchte man sein Geld nicht von der Inflation auffressen lassen.

Propaganda gegen rechtliches Wissen

Zwei Verbrauchermagazine mit entgegengesetzter Aussage!
Unser Artikelpärchen vom 5. und 20.5. erklärt die rechtlichen Grundlagen der Einlagensicherung. Gegen jedwede Propaganda bietet Ihnen das ein sicheres Gefühl durch genaues Wissen.

Seit einigen Jahren dominieren ausländische Direktbankabteilungen die Spitzenpositionen. Meist gehören diese Direktableger zu einem großen Finanzkonzern mit Sitz im euro­päischen Ausland. Beispielsweise steht die hippe Bezeichnung „MoneYou“ für den Direktservice der größten niederländischen Bank ABN AMRO.

Die gesetzliche Grundlage ist in allen EU-Staaten gleich

In unserem Artikel „Schluss mit der Verunsicherung bei der Sicherheit von Tagesgeld!“ vom 5. Mai beschrieben wir haargenau die gesetzliche Einlagensicherung. Ihr rechtlicher Ausgangspunkt sind die Grundsatz-EU-Richtlinien 2009/14/EG und 94/19/EG. Bekannterweise besagen diese, dass es eine 100%ige Einlagensicherung bis 100.000 Euro in der gesamten Europäischen Union gibt. Ebenso regeln sie das Entschädigungsverfahren.

Damit diese anlegerfreundlichen Regeln Gültigkeit für die Bürger erlangen (die EU-Richtlinie richtet sich an die Gesetzgebungsorgane der Mitgliedsstaaten), müssen die Inhalte der EU-Richtlinie in nationales Gesetz umgesetzt werden. Das haben alle EU-Staaten gemacht.

In Deutschland finden sich die Vorgaben der EU-Richtlinie unverändert im Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) wieder.

Werden deutsche Sparer gezielt verunsichert?

In ihrer Mitgliederzeitschrift Anleger­Plus, Ausgabe 4/2012, informiert die Schutzgemeinschaft für Kapitalanleger (SdK) unter dem Titel „Alles sicher?“ Kapitalanleger über die rechtlichen Aspekte der Einlagensicherung.

Irreführung vom Magazin für Kapitalanleger

Faktisch werden Anleger mit dieser Darstellung in die Irre geführt.

Als Aufhänger wird die Lehman-Pleite im Jahr 2008 gewählt, anschließend wird auf die Aussage von „Finanz­test“ (A.d.R.: das wirkt immer seriös) verwiesen, dass die Einlagen­sicherungssysteme nicht für den Zusammenbruch des Wirtschafts­systems geschaffen wurden.

Bei ihrer rechtlichen Herleitung steigt die Redakteurin der SdK sofort in die Paragraphen vier und fünf des deutschen Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetztes ein, um im folgenden Satz die Aussage zu treffen, dass dieses Gesetz nicht für Institute mit Hauptsitz im Ausland gelte.

SdK lügt nicht, verschweigt jedoch wesentliche Fakten!

Dieser Fakt ist richtig, die SdK lügt nicht. Sie verschweigt jedoch die elementare Tatsache, dass in allen EU-Staaten die gleiche gesetz­liche Einlagensicherung gilt. Mit dieser Darstellung wird bewusst (welche Ziele werden hier verfolgt?) oder unbewusst (die Redakteurin kennt sich nicht gut genug aus!) der Eindruck erzeugt, dass Banken mit Sitz im Ausland nicht über dieselbe Einlagensicherung verfügen – also unsicherer sind.

Finanztest stellt klar

Sollte die SdK-Redakteurin eine regelmäßige Leserin von Finanztest sein, findet sie in der Ausgabe 6/2012 unter der Überschrift „Viel mehr Zinsen“ einen hervorragenden Artikel. Dort heißt es im zweiten Absatz:

Viel mehr Zinsen

Klare Rechtsystematik - Klare Aussage.

„Einwand: Erspartes ist bei ausländischen Direktbanken nicht sicher.“

Finanztest: „Stimmt nicht, wenn die Bank ihren Sitz in der Euro­päischen Union hat. Hier sind nach einer Richtlinie der Europäischen Union (EU) im Pleitefall 100.000 Euro pro Kunde und Bank vollständig geschützt.“

Weiterhin schreibt Finanztest, dass es dieselben Entschädigungsfristen wie für deutsche Banken gibt. Man hat „nach spätestens 20 Tagen“ das Geld „inklusive Zinsen“ zurück.

Auch renommierteste Medien suggerieren falsche Tatsachen

So ist uns ein Artikel der Financial Times Deutschland (FTD) vom 14.5. zugesendet worden, in dem es heißt: „Die alte Regel, dass mehr Rendite auch mehr Risiko bedeutet, gilt für Tages- und Festgeld wie für jede Anlageklasse.“

Dass diese Faustregel vom Gesetz­geber bis 100.000 Euro bewusst außer Kraft gesetzt wurde, haben wir bereits in unserem Artikel vom 5. Mai dargelegt.

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Erneute Zinssenkung — jetzt noch schnell handeln?

Zinsgarantie der Barclays Bank

Neukunden ab dem 10.5. erhalten eine um 0,5 % niedrige Zinsgarantie.

Liebe Tagesgeldinteressenten,

aufgrund der diversen Zinssenkungen bei Tagesgeldkonten erhalten Sie heute eine Sonderausgabe unseres Tagesgeld-Newsletters. Dieses Mal ohne PDF-Anhang.

Es geht darum, Sie auf eine Möglichkeit der Zinssicherung hinzuweisen, die am Morgen des 10.5. verfällt. Dazu mehr im 2. Teil.

Inflation ja oder nein?

Die europäische Politik hat (nicht erst mit der Wahl in Frankreich) die Weichen Richtung Inflationierung gestellt. Lesen Sie bitte auch dazu unsere Ergänzung zum Handelsblatt-Artikel “Eine höhere Inflation ist unvermeidlich“.

Für die nächsten Monate scheint Inflation noch kein Thema zu sein. Die offizielle Rate ist mit 2,0 % eine Punktladung auf der EZB-Zielzone. Sie fiel das zweite Mal in Folge und liegt gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte niedriger.

Genau dahin bewegen sich auch die führenden Tagesgeldbanken. In den nächsten beiden Tagen stehen diese Zinssenkungen an:

MoneYou Empfehlung

Seit Wochen unsere Empfehlung.

  • MoneYou 2,65 => 2,55 %
  • Barclays 2,50 => 2,00 %
  • VTB direkt 2,50 => 2,20 %

MoneYou, unsere Empfehlung aus den beiden vorangegangen Ausgaben, wird trotz Zinssenkung die Poleposition behalten. Wer hier bereits Kunde ist, muss nichts weiter tun! Hier noch mal die Infos: MoneYou-Tagesgeld.

Zinssicherung nur noch heute und morgen!

Allerdings möchten wir Sie auf eine besondere Gelegenheit hinweisen: Die Barclays Bank arbeitet mit einer Zinsgarantie. Wer heute oder morgen abschließt, erhält für die nächsten drei Jahre den EZB-Leitzins + 1,5 %. Das wären heute 2,50 %. Neuabschlüsse ab dem 10.5. erhalten nur noch die Garantie in Höhe von EZB-Leitzins + 1,0 %.

Inflationrate von 5/2011 bis 4/2012

Inflationrate von 5/2011 bis 4/2012.

Da eine Kontoeröffnung außer den Weg zur Post für Sie als Anleger nichts kostet, lohnt es sich vielleicht, über die Option eines “Reservekontos” mit Zinsgarantie nachzudenken. Könnte ja sein, dass die Zinsen noch weiter purzeln. Alles Wichtige zum Barclays-Tagesgeld hier für Sie zusammengefasst: Barclays Tagesgeld.

Kommentieren Sie diesen Beitrag, wenn Sie weitere gute Ideen für ein “Zinsschnäppchen” haben!

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So machen Sie das Beste aus Ihrem Geld!

Cashkurs von Dirk Müller

Ein von Dirk Müller signiertes Cashkurs-Exemplar verlosen wir vom 7. bis 10.5. auf unserer Facebook-Seite.

Finanziell erfolgreiche Menschen haben eine wichtige Gemein­samkeit: Sie bilden sich kontinuierlich in Finanz­dingen weiter. Das können Sie durch das regelmäßige Lesen von Fachzeit­schriften und -zeitungen, den Besuch von Seminaren und/oder unseres Webportals erreichen.

Um „auf dem Laufenden“ zu bleiben, ist eine gute Grundlage wichtig. Eines der besten Bücher in diesem Segment ist der „Cashkurs“ von Dirk Müller.

So machen Sie das Beste aus Ihrem Geld: Aktien, Versicherungen, Immobilien.

Christian Mell, einer unserer Leser, der immer wieder neue Ideen für unser Webportal beisteuert, hat Dirk Müllers Cashkurs gelesen. Hier seine Zusammenfassung:

Foto vom Leserautor

Christian Mell, Gastautor

Das Buch ist auch ohne Vorkenntnisse gut verständlich

Das Buch „Cashkurs“ von Dirk Müller ist für den durchschnittlichen Leser ohne besondere Vorkenntnisse im Finanzwesen geschrieben, es ist unterhaltsam, aufklärend und vor allem ohne größeren Aufwand auch anwendbar.

Es ermutigt den Leser ausdrücklich, sich näher mit seinen persönlichen Finanzen zu befassen, diese zu prüfen und zu verbessern. Ich persönlich glaube, es gibt bei jedem noch etwas zu verbessern. :-)

Cashkurs ist in drei wesentliche Teile gegliedert:

  1. Basiswissen (Auszug)
    • Erst Schuldenabbau, dann Vermögensaufbau!
    • Welche Versicherungen sind wirklich sinnvoll und notwendig? Welche sind unnötig?
    • Das Tagesgeldkonto als Sparbuchersatz
  2. Profiwissen (Auszug)
    • Berufliche Altersvorsorge
    • Riester/Rürup
    • Vermögensaufbau mit ETFs
  3. Expertenwissen (Auszug)
    • Immobilienkauf vs. Miete
    • Aktien und Börse

Viele brauchbare Tipps waren für mich dabei

Der Leser bekommt im Buch brauchbare Tipps und Anregungen zu verschiedenen Arten der Geldanlage. Das hat im positiv-neutralen Sinne auch etwas von Verbraucherzentrale. Das Buch zeigt keine bestimmte Anlagestrategie oder die „universelle“ Patentmethode, sondern gibt eine generelle Übersicht zu verschiedenen Arten der Geldanlage, also dessen, was grundsätzlich möglich ist.

Für spezielle Fragen ist das Buch möglicherweise nicht für jeden tiefgehend-detailliert genug, hier möge der interessierte Leser sich der entsprechenden Fachliteratur zuwenden. Wer jedoch einen guten Gesamtüberblick bekommen möchte, ist hier genau richtig! Der Autor gibt zahlreiche sinnvolle Tipps (z. B. Berufsunfähigkeitsversicherung als elementare Vorsorgeversicherung) und stellt die Sinnhaftigkeit mancher Versicherung zu Recht in Frage (Glasbruchversicherung). Es ist auch praxisorientierter als viele andere Bücher zu diesem Thema.

Es ist ein Buch, das man auf den ersten Blick leicht unterschätzt. Mir persönlich konnte dieses Buch schon sehr weiterhelfen.

Meine Empfehlungen zum Anschluss an Cashkurs

Als optimale Ergänzung zum Buch empfehle ich eine gute Onlinebanking-Software und beispielsweise ein Abo von „Finanztest“ der Stiftung Warentest, sowie Interesse am Finanzwesen und der Tagespolitik, eine gesunde Portion Skepsis und natürlich auch ein gewisses Maß an Disziplin, sich an das Gelesene auch zu halten und umzusetzen.

Zusatzbeitrag: Schuldenberge enteignen die Sparer 2012

Dirk Müller im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ab Minute 0:43 wird es spannend:

Weitere Buchbesprechungen ansehen

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Bildmaterial: Droemer-Verlag · Christian Mell

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Schluss mit der Verunsicherung bei der Sicherheit von Tagesgeld!

Stopp

Liebe alteingesessene Banken, hört auf eure Kunden zu verunsichern!

Ein Newsletter-Abonnent wandte sich in einer sehr interessanten Situation an unsere Redaktion. Er hatte ein Gespräch mit seiner örtlichen Sparkasse, bei der er ein Tagesgeldkonto unterhält. Die Sparkasse kündigte eine Zinssenkung auf 0,75 % an. Dies ist unter dem EZB-Leitzins und deutlich unter der Inflationsrate!

Der Sparkassen-Berater brachte es auf eine einfache Formel:

Je höher der Zins sei, den eine Bank biete, um so höher sei das Risiko.

Auf den Einwurf, dass bei jeder Bank immer 100.000 Euro gesetzlich abgesichert sind, äußerte die Sparkasse die Vermutung, dass es völlig ungewiss sei, wann man sein Geld wiedersehe. Es könne sich Jahre hinziehen, bis ein Insolvenzverwalter alles gesichtet habe …

Die Frage des Lesers: Ist das Panikmache um Kunden trotz niedriger Zinsen zu halten?

Ja, wer gegenüber seinen Kunden solche beängstigen Vermutungen äußert, möchte bewusst eine Verunsicherung erzielen oder kennt sich in der rechtlichen Materie nicht aus. Beides haben wir in unseren Test schon erlebt.

Wir schaffen Klarheit!

Die Aussage, dass das Risiko mit dem Zinssatz ansteige, ist allgemein bekannt und wird deswegen bereitwillig und schnell vom Zuhörer akzeptiert. In der Bankausbildung lernt man auch, dass der Zins der Preis für das Risiko ist.

Achtung: Das gilt nur solange, bis der Staat regulatorisch eingreift!

Beim Sparguthaben der Bürger (u. a. Tagesgeld) hat der Staat erheblich, und zwar zu Gunsten der Sparer, eingegriffen. Dies hat er per Gesetz gemacht. Man kann — auch als Banker einer Sparkasse — alles schön sauber nachlesen und sich so Mutmaßungen ersparen.

Blick ins Gesetz

Ein Blick ins Gesetz hilft weiter …

Unseren Lesern zeigen wir hier die entscheidenden Gesetzesgrundlagen:

Im Zuge der Finanzkrise 2008 wurde die Einlagensicherung EU-weit neu geregelt. Rechtsquelle ist die EU-Richtlinie 2009/14/EG, die die vorausgegangene Richtlinie 94/19/EG ändert.

Das sagt die EU-Richtlinie:

  • 100.000 € Mindesteinlagensicherung (Artikel 7 Absatz 1a) bzw. im Gegenwert von 100.000 (Artikel 7 Absatz 1b – trifft beispielsweise auf die Bank of Scotland und Barclays zu)
  • 5 Arbeitstage zur Feststellung des Einlagensicherungsfalls (Artikel 1 Nummer 3 Ziffer i Absatz 2)
  • 20 Arbeitstage zur Erstattung der Guthaben der Sparer (Artikel 10 Absatz 1)

Räumen wir gleich mit noch ein paar Vorurteilen auf:

  • Anleger bekommen auch die Zinsen bis zum Tag der Bankinsolvenz erstattet, auch wenn sie noch nicht gutgeschrieben wurden!
  • Die Erstattung erfolgt in der Währung des Kontos! Kunden der Bank of Scotland oder Barclays würden also Euro und nicht britische Pfund erstattet bekommen!
  • Anleger bekommen automatisch Post in der Landessprache (bei uns deutsch), die den aktuellen Kontostand sowie die detaillierten Informationen über die Auszahlung der Erstattung enthält. Niemand muss sich bei einem ausländischen Einlagensicherungsfonds in der Fremdsprache melden!

Die Rechtssystematik der Einlagensicherung

Die EU-Richtlinie regelt auf europäischer Ebene die wichtigen Standards. Die Inhalte müssen anschließend in ein nationales Gesetz gegossen werden. Das hat Deutschland mit dem Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz (EAEG) getan.

Das nationale Gesetz kann detaillierter regeln, darf aber nie den EU-Vorgaben widersprechen. Alle EU-Staaten haben die „Einlagensicherungs-Richtlinie“ bereits in nationales Recht umgesetzt, so dass sich der Anleger bei jedem Kreditinstitut, das in der EU ein Einlagengeschäft betreibt, sicher sein kann, dass die Einlagensicherung lückenlos funktioniert.

Einlagensicherung ist okay

Die Einlagensicherheit ist bis 100.000 € überall gleich gut.

Fazit: Tagesgeld ist überall gleich sicher

Dass ein höherer Tagesgeldzins mehr Risiko bedeute, oder anders ausgedrückt, dass die Anlage bei der örtlichen Sparkasse zu niedrigen Zinsen sicherer als bei einer Direktbank sei, stimmt nicht.

Zumindest nicht bis zur Anlagesumme von 100.000 Euro.

Der Staat hat mit seiner Gesetzgebung die Faustformel
höhere Zinsen = höheres Risiko
außer Kraft gesetzt.

Interessante Zusatzinformationen

Hintergrund der Verbesserung der Einlagensicherung

Die Verbesserung des Einlagenschutzes hat einen tieferen Hintergrund und geht auf die Befürchtung von „Bank-Runs“ zurück. Kommt das Gerücht auf, dass eine Bank nicht mehr sicher sei, rennen die Kunden los, um ihr Geld zurückzuholen. Eine Bank ist jedoch niemals so liquide, das sie alle Kunden gleichzeitig auszahlen kann. Was passiert in Folge eines Bank-Runs? Sie kann tatsächlich Pleite gehen. Nur aufgrund eines Gerüchtes. Das schadet der Allgemeinheit! In den Niederlanden steht deshalb der Aufruf zu einem Bank-Run seit 2011 unter Strafe!

Tagesgeld Tipps

PDF zum Download.

Die sehr anlegerfreundliche Gesetzgebung soll Bank-Runs verhindern. Warum Geld von der Bank holen, wenn es doch gesetzlich gesichert ist? Das schafft Ruhe und Sicherheit.

In einem Monat ist das Geld zurück

Stellt eine Bank Insolvenzantrag, begingt die 5-Tage-Frist zu laufen, um den Entschädigungsfall festzustellen. Anschließend müssen innerhalb von maximal 20 Arbeitstagen die Anleger entschädigt werden. Erstattet wird die Einlage zuzüglich der Zinsen!

Weil Wochenend- und Feiertage in dieser Fristenrechnung nicht mitzählen, kann man über den Daumen gepeilt sagen, dass innerhalb eines Monats der Entschädigungsfall abgewickelt ist und der Sparer sein Geld zurück hat.

Bei englischen Banken sogar schneller

Bei der Bank of Scotland und Barclays geht es sogar noch schneller, da dort eine 7-tägige Auszahlungsfrist vorgesehen ist. Sie erinnern sich? Die Nationalstaaten können die Details verbessern, aber nicht zum Nachteil des Kunden gegen die EU-Richtlinie (20 Tage) verstoßen.

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Weitere Quelle: EU-Kommission – Bilder: ioannis kounadeas (fotolia.com)

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Wann eine Platin-Anlage sinnvoll ist

Anlagemünze aus reinem Platin

Sehr wertvolle Anlagemünze aus reinem Platin.
Quelle: silberling.de.

Anhand der Seitenaufrufstatistik weiß ich, dass die meisten Leser unsere kontinuierliche Bericht­er­statt­ung über Tagesgeld interes­siert. Dieser bleiben wir auch treu! Gleichwohl gehören zu den Themen Vermögensaufbau und -sicherung weitere Anlageklassen dazu.

Heute möchte ich Sie auf Platin aufmerksam machen und stelle gleich einige praktische Tipps zum Erwerb von Platin vor.

Wer kauft überhaupt Platin zur Anlage?

Um unseren Lesern erstklassige Informationen an die Hand zu geben, habe ich ausführlich bei einem führenden Edelmetallhändler recherchiert und hatte sogar die Gelegenheit, mit einem Platinkäufer zu sprechen.

Informationen aus erster Hand!

Platin wird bevorzugt von Selbstständigen gekauft

Interessanterweise sind 50 % der Platininvestoren Unternehmer, die Platin als finanzielle Rücklage in das Betriebsvermögen aufnehmen. Das hat einen steuerlichen Hintergrund – wie sollte es in Deutschland anders sein? Physisches Platin (Münze, Barren) unterliegt wie fast jeder erworbene Gegenstand der gesetzlichen Mehrwertsteuer.

Finanzamt erstattet die 19 % Mehrwertsteuer

Unternehmen, die zum Vorsteuerabzug berechtigt sind – das kann der Großkonzern, aber auch die Friseurmeisterin sein –, kaufen somit 19 % günstiger als Privatpersonen ein. Technisch zahlen sie den vollen Kaufpreis, bekommen aber mit der nächsten Umsatzsteuervoranmeldung die 19 % vom Finanzamt wieder erstattet.

So kommt es, dass 50 % der Käufer (Selbstständige) für rund 80 % der Platinkäufe verantwortlich sind. Kauft der Private vielleicht 1 bis 2 Anlagemünzen, ordert der, der auf Betriebsvermögen kauft, bis zu 10 Stück auf einmal, erfuhr ich bei meiner Recherche.

Bilanz der EZB

Die Bilanz der EZB hat sich zwischen 2007 bis 2012 fast verdreifacht. Das ist keine gesunde Entwicklung. Die Platin-Anlage ist ein Tausch von einem Geldwert (inflationsgefährdet) in einen Sachwert (hier sogar klein und transportabel).

Warum wird Platin gekauft?

Als erstes erhielt ich die mit einem warmen, spitzbübischen Lächeln gepaarte Antwort, weil die Bestände an Gold und Silber schon sehr umfangreich seien. Platin wird demnach als Beimischung zu den bekannteren und deutlich stärker nachgefragten Edelmetallen Gold und Silber gekauft.

Im Gespräch mit einem Platininvestor

Der Unternehmer Franz Huber* erzählte mir, dass er seit Jahr­zehnten seine mittel- bis lang­fristigen Rück­stellungen haupt­sächlich in Festgeld, Pfand­briefen und Anleihen angelegt hatte. Das war sicher und brachte gute Zinsen.

Er änderte seine Anlage­strategie 2010 mit folgender Begründung: Mit dem faktischen Rechtsbruch des Maastrichtvertrages (Anmerkung der Redaktion: dass Deutschland nicht für Schulden anderer Staaten einstehe) und dem Aufkauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank (quasi Gelddrucken) sehe er die Gefahr, dass in den nächsten Jahren die Inflation merklich ansteige.

Wenn es erst einmal soweit sei und es auch die breite Bevölkerung realisiere, dann werden die Preise für Sachwerte deutlich ansteigen. „Dann ist es gut“, sagte er mit einem Augenzwinkern, „wenn man sich Gold, Silber und Platin schon vorher gesichert hat“.

Sinnvolle Größe einer Platin-Anlage

Anlageaufteilung

Beispielhafte Anlageaufteilung.

Herr Huber hat durchblicken lassen, dass seine Edelmetallposition in etwa 20 % seines Vermögens ausmache. Der Platinanteil betrage davon um die 7 %. Er sei aber auch in Immobilien und Aktien investiert. Ach ja, eine schwankende aber auch nicht zu unterschätzende Cashposition (ich vermute Tagesgeld ;-) ) hätte er auch noch.

Diese rationalen Gründe sprechen für Platin

Platin ist eigentlich das teuerste Edelmetall (Reihenfolge: Platin, Gold, Palladium, Silber). Das kann man beispielsweise bei Eheringen oder auch Kreditkarten eindrucksvoll beobachten. Doch seit dem Krisenjahr 2008 hat Gold die Führung übernommen.

Platininvestoren sprechen von einer Unterbewertung ihres Metalls.

Platininvestoren verweisen darauf, dass die Platinproduktion überaus kostspielig sei und der Preis dauerhaft nicht fallen könne, da die Minen ihre Produktion einstellen würden, wenn sie draufzahlten. Dies hätte eine Verknappung zur Folge, die den Preis wieder ansteigen lassen würde. Es gäbe somit eine natürliche Preisuntergrenze.

Und was sagen Kritiker?

Etwa die Hälfte der industriellen Nachfrage entfällt auf die Hersteller von Katalysatoren für Automobile. Wenn es weniger mit Verbrennungsmotor angetriebene Fahrzeuge gebe, dann bräuchte man nicht mehr so viel Platin.

Zwei Dinge muss man dazu wissen. Platin wird zu einem guten Teil aus gebrauchten Katalysatoren recycelt und steht dem Markt wieder zur Verfügung. Und der Alternativantrieb mittels Brennstoffzelle benötigt in den meisten Konstruktionen ebenfalls Platin.

Gleichwohl ist Platin eine spekulative Anlage. Die Preisschwankungen sind teils erheblich. Es handelt sich um einen Rohstoff, der in der jüngeren Vergangenheit eine hohe Volatilität gezeigt hat.

Platin-Gold-Chart

Seit der Finanzkrise 2008 ist Platin gegenüber Gold unterbewertet. Hier Darstellung in Euro.
Im 20. Jahrhundert lag Platin etwa beim 1,3 bis 1,5-fachen des Goldpreises.

Wie man in Platin investiert

Wie alle Edelmetalle ist Platin börsengehandelt. Das gibt vielen Emittenten die Gelegenheit, Zertifikate und andere Derivate auf Platin zu konstruieren. Wer bei Google danach sucht, findet ein großes Angebot. Das ist sicher eine interessante Möglichkeit für kurzfristige Spekulanten.

Als mittel- bis langfristiger Anleger beschäftigt man sich mit

  • physisch hinterlegten ETFs (mein Favorit wäre hier die Züricher Kantonalbank, siehe sinngemäß ZKB Silver ETF)
  • Aktien von Minengesellschaften (bspw. Anglo American Platinum – WKN: A0D965, Impala Platinum – WKN: 164676 oder Norilsk – WKN: 676683, beachte hier bitte Länder- und Unternehmensrisiken)
  • physisches Platin

Wer erfolgreich in Platin investieren möchten, sollte einen zeitlichen Anlagehorizont von 7 Jahren und mehr mitbringen können.

Das ist physisches Platin

Platinschmuck ist zwar auch eine physische Platinanlage, wird jedoch von mir nicht empfohlen. Der Kaufpreis liegt deutlich über dem Materialpreis und beim Wiederverkauf geht es nicht so schön einfach wie bei Anlagemünzen oder Barren. Münzen würde ich gegenüber Barren bevorzugen, da sie in Händlerkreisen als fälschungssicherer gelten.

Platinmünzen sind Raritäten, da sie nur in begrenzter Auflage geprägt werden. Es gibt jedoch keinen Sammlermarkt und somit auch keine Sammleraufschläge. Der Preis liegt – abgesehen von der Steuer und den Kosten für Handel und Versand – ziemlich nah am Materialpreis.

Platinanlage in Münzen

Maple Leaf aus Platin Maple Leaf
Der Maple Leaf Platin wurde zwischen 1988 und 2002 in der staatlichen kanadischen Münzprägeanstalt hergestellt. Man findet ihn in Stücklungen von 1/20, 1/10, 1/4, 1/2 und 1 Unze.
Noble aus Platin Isle of Man
Diese Platinmünze trägt den Namen „Noble“. Das Motiv ist ein Wikingerschiff. Die Prägungen fanden zwischen 1983 und 1989 statt. Auf dem Gebrauchtmarkt findet man Stücklungen von 1/20, 1/10, 1/4, 1/2 und 1 Unze.
Bounty Cook Islands
Bei der Münze mit dem Segelschiff „Bounty“ handelt es sich um eine sogenannte Agenturmünze. Die Platinmünze hat nie die kleine Inselgruppe im Pazifik gesehen. Gegen eine gewisse Gebühr hat der Inselstaat erlaubt in seinem Namen Münzen zu prägen. Die Herstellung der Cook-Islands-Münzen erfolgt in Deutschland seit 2008. Es gibt sie nur in der Version zu 1 Unze.
Platin-Koala Koala
Der Koala wurde zwischen 1988 und 2000 von der australischen Münzprägestätte gefertigt. Es gibt ihn in den Größen 1/20, 1/10, 1/4, 1/2, 1, 2, 10 Unzen sowie 1 Kilogramm.
Platypus Platypus
Seit 2011 prägt Australien mit dem „Platypus“ wieder eine Platinmünze. Im Jahr 2011 und 2012 wurde sie auf 30.000 Stück limitiert. Die Prägung ist sehr fein und sauber.

2 Hinweise

Alle Anlagemünzen werden in 999,5-Platin geprägt. Das heißt, sie bestehen zu 99,95 % aus Platin.

Hat man Platinmünzen erworben, hängen keine Rechte Dritter mehr daran. Von der Gewinnung aus der Erdkruste über Prägung und Lieferung sind alle Kosten bezahlt. Das Platin befindet sich zu 100 % in direktem Eigentum des Käufers. Das heißt, selbst wenn ein Finanzhurrikan ausbricht, die Platinanlage kann nie bankrottgehen.

Für welche Anlagemünze habe ich mich entschieden?

Ich habe mich für die Platinmünze Platypus entschieden. Sie wird nämlich von der Prägestätte aus in einer Hartkapsel geliefert. Diese schützt die Münze vor Kratzern, Staub und anderen Verunreinigungen. Das erleichtert den späteren Wiederverkauf zu einem vernünftigen Preis.

Schliessfach oder Tresor

VR-Banken und Sparkassen bieten in Deutschland die meisten Bankschließfächer an.
Bild im Bild: viel Platz wird nicht benötigt.

Weil mir die schnelle Lieferung, die dazu noch sicher und diskret verpackt war, ausgesprochen gut gefallen hat, nenne ich hier meine Bezugsquelle: www.silberling.de.

Nun stellt sich die Frage der Lagerung!

Platin hat die höchste Dichte von allen Investment-Edelmetallen. Bei hohem Gewicht sind die Münzen also relativ klein, so dass man nur wenig Platz benötigt, um einen hohen Wert aufzubewahren!

Sollte es keinen betrieblichen Tresor (keine zusätzlichen Kosten für die Lagerung) geben, ist eine Lagerung extern beispielsweise in einem versicherten Bankschließfach empfehlenswert (je nach Anbieter zwischen 25 bis 70 Euro).

Zusammenfassung

Eine generelle Kaufempfehlung zur Platinanlage kann es nicht geben.

Die Erzählung vom Unternehmer Huber zeigt sehr schön, dass es vor allem etwas wohlhabendere Menschen sind, die sich Platin als Beimischung zu einem Bestand von Gold und Silber „leisten“.

Ist man nicht gerade ein Platinfreak, sollte die Platinanlage nicht größer als 10 % der Anlageklasse der Edelmetalle ausfallen. Berücksichtigt man, dass Edelmetalle wiederum nicht mehr als 25 % des Gesamtvermögens beitragen sollten, brauchen sich bei aktuellen Preisen erst Menschen ab einem Vermögen von 60.000 Euro Gedanken über einen Platinkauf machen. Dieser Aussage habe ich die Standardgröße von einer Unze (31,1 Gramm) zugrunde gelegt, weil sie das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aufweist.

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Bildmaterial: Silberling · Silberjunge · ESG-Edelmetallhandel · Optimal-Banking

* Name auf Wunsch des Unternehmers durch die Redaktion geändert

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Was tun gegen eine höhere Inflation als Tagesgeldanleger?

Eine höhere Inflation ist unvermeidlich - Handesblatt

Ulrich Kater (Dekabank), Jörg Kramer (Commerzbank) und Thomas Mayer (Deutsche Bank) bekennen sich im Handelsblatt zur höheren Inflation.

Unter dem Titel „Eine höhere Infla­tion ist unver­meidlich“ ver­öffent­lichte das Handels­blatt am 5.4. ein ausführ­liches Inter­view mit den Chef­volks­wirten der Deutschen Bank, der Deka- und der Commerzbank.

Diesen Artikel nutze ich als Einstieg. Für unsere Leser fasse ich die wichtigsten Aussagen zusammen und wage eine Prognose für die kommende Zeit.

Abschließend teile ich mit Ihnen meine eigene Anlagestrategie.

Sind Inflationsängste berechtigt?

Auf diese Frage antworteten alle drei Banker mit einem klaren Ja und begründeten dies mit der „außer­ordentlich inflationären Geld­politik“.

Zwar ist aktuell die Inflations­rate moderat. Das ist generell in der ersten Zeit der Inflations­politik so, da die neuen Geld­zeichen erst Stück für Stück in Umlauf kommen und es Zeit braucht bis die Menschen mehr merken, dass das Verhältnis von Geld- und Gütermenge auseinander geht.

Wann zieht die Inflation an?

Je nach Wirtschaftsentwicklung in etwa zwei Jahren, schätzt der Deka-Experte. Die Commerzbank gibt die dann erwartete Inflationsrate von drei bis vier Prozent an.

Herr Mayer von der Deutschen Bank rechnet für Deutschland sogar mit einer noch höheren Inflation. Im Artikel wird er mit „um 6 Prozent“ zitiert. Gegenüber den Südstaaten hat Deutschland Nachholbedarf. Er begründet das mit dem Inflations­unterschied der vergangenen Jahre und verweist darauf, dass der natürliche Anpassungs­mechanismus auf Grund der gemeinsamen Währung entfällt. Früher erledigten das bequem die Wechselkurse der nationalen Währungen.

So schwindet die Kaufkraft des Sparers bei Inflation:

Kaufkraftverluste bei Inflation

Erläuterung: grün = Stabilitätsziel der EZB, gelb = erwartete Inflation, orange = Erwartung von Herrn Mayer, rot = kommt es schlimmer?

Schuldenuhr Deutschland

Schuldenuhr: deutsche Staatsschuld.

Worüber nicht gesprochen wurde!

Nicht zur Sprache kam, dass Banken die höhere Inflation bei gleichzeitig niedrigen Zinsen sehr gelegen kommen dürfte. Erst vor kurzem hat der Staatssektor den Bankensektor als größten Schuldner abgelöst. Das heißt: die Bankschulden sind fast so hoch wie die enorme Staatsverschuldung!

Für einige Banken dürfte diese Politik nicht nur hoch willkommen, sondern überlebenswichtig sein. Auch sie können so ihren Schuldenstand relativieren.

Finanzielle Repression

Anschließend ging es im Handelsblattinterview um „finanzielle Repression“. Für unsere Leser möchte ich den Begriff so umschreiben: Es werden Bedingungen geschaffen, die die Kaufkraft deutlicher sinken lassen als sich Ersparnisse verzinsen.

Finanzielle Repression ist Enteignung auf die schleichende und leise Tour.

LTRO-Programm als Baustein der finanziellen Repression

Ein Beleg dafür, dass dieser Weg tatsächlich eingeschlagen wurde, ist unter anderem das LTRO-Programm der Europäischen Zentralbank. Bitte lesen sie dazu meinen Artikel vom 26. Februar.

In der Folge der Geldschwemme (1 Billion Euro an die europäischen Banken für 1 Prozent auf 3 Jahre fest) kam es zu einem Zinsrutsch auf dem Markt für Tages- und Festgeld. Fast jede von uns beobachtete Tages- und Festgeldbank änderte kurz darauf die Konditionen. Keine einzige Bank verbesserte ihr Zinsangebot. Alle Konditionsänderungen waren Verschlechterungen für den Bankkunden! Und noch nie haben wir erlebt, dass so viele Anbieter auf einmal die Zinsen senkten.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Wir werden ein Aufgehen der Schere zwischen Inflationsrate und Zinsen aus Sparguthaben sehen. Es wird zunehmend schwerer werden mit Tagesgeld seine Kaufkraft zu halten. Eine Steigerung der Kaufkraft erzielt man heute durch die Nutzung von Sonder- und Neukundenangeboten.

Nutzen Sie das künftig noch bewusster!

Sollten solche Angebote künftig rar werden, was nicht ganz unwahrscheinlich ist, wenn die EZB bei dieser Bankensubventionspolitik bleibt, heißt es Tagesgeld konsequenter beim zinsbesten Anbieter zu parken. Das wird etwas mehr Wechselarbeit mit sich bringen. Vor allem für die Banken, da Tagesgeldkonten in Deutschland für die Kunden stets kostenlos sind.

Optimal Banking bei Facebook

Über Sonderangebote informieren wir unsere Abonnenten via Facebook.

Tipp aus der Praxis

Bei Banken, die Neukunden mit höheren Zinssätzen belohnen, empfiehlt es sich, das Konto nach dem privilegierten Zinszeitraum (Marketingbezeichnung: Zinsgarantie) zu schließen, um ggf. im nächsten Jahr als Neukunde wieder in den Genuss von Bonuszinsen zu kommen.

In der Vergangenheit waren das: Volkswagen- und Audibank, Cortal-Consors und DAB Bank.

Bei Banken, die alle Kunden gleich gut behandeln, kann das Konto auf null heruntergefahren, aber dennoch beibehalten werden. Man spart sich so nämlich den Antragsprozess und PostIdent, wenn diese Bank wieder an der Spitze der Hitliste steht.

Bank of Scotland, MoneYou, DKB und VTB direkt sind typische Vertreter für diese Gruppe.

Was mache ich persönlich?

Genau wie geschrieben und empfohlen fahre ich eine Strategie der Nutzung von Sonderangeboten und transferiere mein Tagesgeldguthaben stets zu einer Bank aus dem Spitzenbereich.

Vermögen außerhalb der Tagesgeldposition, auf welches mittel- bis langfristig verzichtet werden kann bzw. welches als Altersabsicherung gedacht ist, bevorzuge ich in Sachwerten anzulegen. Bald dazu mehr in einem weiteren Artikel.

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Riskante Swap-Geschäfte: wie aussichtsreich sind Schadensersatzforderungen?

Der folgende Beitrag betrifft vor allem Unternehmer, schwerpunktmäßig Mittelständler, die in den vergangenen Jahren an „Optimierungsmaßnahmen“ ihrer finanzierenden Bank teilgenommen haben.

Der TV-Ausschnitt aus dem österreichischen Fernsehen gibt einen guten Einblick in das Geschäft der Swaps. Scheinbar haben namhafte Banken ganz bewusst solide Unternehmen in ein Spekulationsspiel gezogen, ohne darüber aufzuklären.

Zogen die Banken ihre Kunden über den ‚Glücksspiel‘-Tisch?

Bei diesen Swap-Geschäften konnte die Bank nur gewinnen (Null-Risiko) und der Kunde gewinnen oder verlieren (wie beim Roulette schwarz oder rot). Doch sehen Sie es im Video-Clip selbst:

Komisch, dass dieses Video nach wenigen Tagen online wegen „Urheberrechte“ gelöscht wurde. Dasselbe Schicksal ereilte Beiträge aus dem deutschen öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt!

Verluste für deutsche Unternehmer und Kommunen gehen in die Milliarden

Neben Unternehmern, die hohe Verluste mit Swapgeschäften erlitten haben, sind auch zahlreiche Kommunen oder Kommunalunternehmen in Deutschland betroffen. Allein die Kreisstadt Pforzheim erlitt Verluste in Höhe von 56 Millionen Euro, wie der Stellungnahme von Oberbürgermeister Gert Hager zu entnehmen ist.

Dr. Andreas Mayer

Dr. Andreas Mayer www.menzundpartner.de

5 Fragen an Rechtsanwalt Dr. Andreas Mayer

Rechtanwalt Dr. Andreas Mayer von der Kanzlei Menz und Partner (Memmingen/Kempten) vertritt zahlreiche Geschädigte, die ihre Verluste aus Swapgeschäften von ihren Banken zurückfordern.

Wir haben mit Dr. Mayer darüber gesprochen, wie die Gerichte bisher in solchen Fällen geurteilt haben und was er Betroffenen rät. Wir begannen mit zwei Grundsatzfragen:

Redaktion: Was ist denn eigentlich ein Swapgeschäft?

Dr. Andreas Mayer: Swapgeschäfte sind sehr komplexe Geschäfte. Sie stellen einfach gesagt eine Wette des Anlegers gegen die Bank auf die Entwicklung bestimmter Währungen oder Zinssätze dar. Während der Laufzeit des Swapvertrages werden zwischen Kunde und Bank Zahlungen ausgetauscht, die je nach Entwicklung der Währungen und Zinssätze sehr unterschiedlich hoch sein können.

Damit bestehen sehr hohe Verlustrisiken für die Anleger. In den von mir vertretenen Fällen liegt der eingetretene Verlust immer im sechsstelligen Bereich, also deutlich über 100.000 Euro.

Redaktion: Wer hat solche hochriskanten Wettgeschäfte abgeschlossen?

Dr. Andreas Mayer: Swapgeschäfte wurden in großer Zahl von Banken mit Unternehmen, Kommunen und Kommunalunternehmen abgeschlossen. Sehr oft wurden die Kunden zum Abschluss dadurch verleitet, dass eine Verringerung der Zinsbelastungen in Aussicht gestellt wurde.

Ob diese Verringerung eintrat, war aber natürlich höchst ungewiss. Bisweilen wurden Swaps auch völlig unabhängig von Krediten als reine Spekulationsgeschäfte verkauft, trotz der bestehenden großen Verlustrisiken.

Redaktion: Wie sehen die deutschen Gerichte die Möglichkeit, Schadensersatz zu bekommen?

Dr. Andreas Mayer: Der Bundesgerichtshof hat mit seinem Grundsatzurteil vom 22.3.2011 eine Bank dazu verurteilt, einem Unternehmen die Verluste zu ersetzen, die es mit einem Swapgeschäft gemacht hat. Seit diesem Urteil gibt es immer mehr Gerichtsentscheidungen, in denen Anleger erfolgreich ihre Verluste gegenüber Banken durchsetzen konnten.

Grundsatzurteil: Bank muss für Verlust entschädigen

Außerdem läuft hier derzeit eine große Zahl an Klagen, die noch offen sind. Ich persönlich habe den Eindruck, dass die Gerichte in diesem Bereich zunehmend anlegerfreundlicher urteilen.

Redaktion: Was werfen die Gerichte den Banken genau vor?

Dr. Andreas Mayer: Den Banken wird vorgeworfen, dass die Kunden nicht ausreichend über die Funktion, die Risiken und vor allem die hohen möglichen Verluste aufgeklärt wurden. Bei den Kommunen wurde auch das Spekulationsverbot nicht beachtet. So entstanden Verluste in enormer Höhe.

Damit haften die Banken wegen einer Pflichtverletzung innerhalb des Anlageberatungsvertrages auf Schadensersatz. Bei Verstoß gegen das Spekulationsverbot durch Kommunen steht auch die Möglichkeit einer Rückabwicklung des Geschäfts nach bereicherungsrechtlichen Grundsätzen im Raum.

Redaktion: Was raten Sie betroffenen Anlegern?

Dr. Andreas Mayer: Ich empfehle, dass sich Betroffene möglichst bald von einem Rechtsanwalt beraten lassen, der sich in dieser komplexen Materie auskennt. In der Regel ist zügiges Handeln nötig, um eine Verjährung der Schadensersatzansprüche zu vermeiden.

Bei Anlegern mit Rechtsschutzversicherungen übernimmt teilweise auch die Versicherung die Kosten für die anwaltliche Vertretung.

@Dr. Mayer: Vielen Dank für Ihre Darstellung und die aktuellen Informationen und Empfehlungen!

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Gerald Hörhan: Investment-Punk – Warum ihr schuftet und wir reich werden

Signierte Ausgabe vom Investment Punk

Dieses signierte Exemplar verlosen wir vom 19.4 bis 22.4. auf unser Facebook-Seite.
ISBN: 3990010085

von Isabelle S.

Punk und Investment. Eigentlich zwei Begriffe die sich auf den ersten Blick ausschließen, sind doch Punks eindeutig gegen den Kapitalismus unserer Gesellschaft.

Wie passt das zusammen? Was verbirgt sich hinter dem Begriff des „Investment-Punks“?

Der Titel macht neugierig, wirft Fragen auf und scheint durch den Untertitel Anleitungen für den Otto-Normalverbraucher zu enthalten, wie er seinen Besitz vermehren kann indem er sich Andere zum Vorbild nimmt.

Welche Geheimnisse offenbaren sich denn nun aber beim Lesen der Lektüre?

Als erstes fällt auf, dass Hörhan gern provoziert:

Ein Eigenheim auf Pump, ein Leasingauto: Wer in diesem Hamsterrad strampelt, der wird immer nur abgezockt.

Die Sprache ist gut verständlich, manchmal sogar humorvoll und erinnert an andere Autoren der Pop-Literatur. Wer sich von dem provokanten Stil nicht abschrecken lässt wird schlussendlich belohnt und kommt Hörhans Finanz-Geheimnis auf die Spur.

Im Wesentlichen stützt sich das Buch auf einige wenige Thesen

  • verschulde Dich nicht (d.h. gib nicht mehr Geld aus als Dir zur Verfügung steht => keine Kredite/Schulden!)
  • wohne lieber zur Miete als im Eigenheim, kaufe aber Wohnungen und vermiete diese um dein Vermögen zu vermehren
  • reich werden kannst Du nur wenn Du dich selbstständig machst, als Angestellter ist die Chance reich zu werden eher gering
  • kaufe Dir keinen Neuwagen bzw. lease nicht denn es rentiert sich nicht
  • investiere in Finanzprodukte, die du selbst verstehst
Isabelle S.

@Isabelle: Vielen Dank, dass du unseren Lesern den Investment-Punk vorgestellt hast :-)

Was ist also der im Titel genannte Investment-Punk?

Jemand, der sich im Finanzsektor gut auskennt und der sich nicht von Bankberatern über den Tisch ziehen lässt.

Jemand, der seine Finanz-Angelegenheiten selbst in die Hand nimmt und sich nicht auf Ratschläge anderer verlässt.

Jemand, der zwar Geld hat und sich auch gern mit Luxus umgibt, aber dennoch nicht in einer teuren Luxuskarosse auf der Straße im Alltag unterwegs ist.

Kurzum: Ein Investmentbänker der sich nicht nach allgemeinen Konventionen richtet.

Das Drumherum besteht aus Anekdoten aus Hörhans Leben und anschaulichen Beispielen. Für Menschen, die sich eher ungern mit dem Thema Geldgeschäfte auseinandersetzen ist dieses Buch definitiv eine empfehlenswerte Lektüre.

Mein Fazit

Ein außergewöhnliches Buch, das keinem ähnelt was ich bisher gelesen habe. Für knapp 20 Euro dann doch wieder recht kostspielig für die recht wenig enthaltenen „Anleitungen“ bzw. Tipps. Als Geschenk habe ich mich gefreut, bei einem Kauf hätte ich mich unter Umständen etwas geärgert.

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Bilder: Verlag edition a · Isabelle S.

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